Echter Salbei: Arzneipflanze des Jahres 2023
Gesundheit
Der echte Salbei(Salvia officinalis) gehört zu der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er kommt aus dem Mittelmeerraum und wird als Halbstrauch bezeichnet, das heißt eine Mischung aus einem verholzten Strauch und krautiger Staude. Der echte Salbei kann bis zu 80 cm groß werden und ist mehrjährig.

Allgemeines: Der Gattungsname Salvia wird zurückgeführt auf das lateinische Wort Salvus, das für Begriffe wie gesund, unbeschädigt oder heil steht. Wusstet Ihr eigentlich, dass die Chiapflanze (Chiasamen) botanisch denselben Gattungsnamen wie Salbei hat, also eigentlich eine Salbeiart ist? Salbei gibt es auf jedem Kontinent, außer auf Antarktika wegen der Klimaverhältnisse und in Australien, es war zu lange isoliert, deswegen konnte sich der Salbei dort nicht ausbreiten.
Auf der Liste der artenreichsten Gattungen steht der Salbei auf Platz 20.
Geschichte: Es ist bekannt, dass die alten Römer schon den Salbei kannten und benutzten, da man in Norditalien größere Wildbestände fand. Im Mittelalter spielte der Salbei eine große Rolle in der Klostermedizin.
Früher, als es noch keine Zahnbürsten gab, wickelte man ein Salbeiblatt um die Finger und massierte damit die Zähne und das Zahnfleisch.
Anwendung: Man wendet Salbei bei Mundgeruch, Appetitlosigkeit, Kopf und Bauchschmerzen, Zahnfleischentzündung, in der Kosmetik und in der Haarpflege an. Außerdem wirken Salbeiblätter hustenstillend, antibakteriell, gegen Pilze, gegen Viren, schweißhemmend und verdauungsanregend.
Salbeitinkturen und bestimmte Inhaltsstoffe können gegen afrikanische Trypanosomen (einzellige Parasiten, Erreger der Schlafkrankheit) helfen.
Nachteile: Wichtig! Das in der Pflanze enthaltene Thujon ist in hohen Dosen neurotoxisch, die HMPC (Ausschuss für Pflanzliche Arzneimittel) rät, nicht mehr als 6 mg pro Tag davon zu sich zu nehmen.
Bei Salbeitee raten Experten maximal drei Tassen am Tag zu trinken wegen Thujon, was die Pflanze gegen Fressfeinde wie Insekten, Mäuse, Kaninchen, Rehwild und Schnecken einsetzt. In der Schwangerschaft sollte man Salbei meiden, weil es die Gebärmutter stimuliert und dadurch die Wehen auslösen kann, das Thujon schlecht ist fürs Kind und in der Stillzeit die Milchproduktion hemmt.
Den echten Salbei kann man ganz schnell verwechseln mit Steppen- und Ziersalbei.
Wichtig: Diese beiden Salbeiarten sind nicht essbar und man sollte auch keinen Tee daraus kochen.
In der Küche: In der Küche verwendet man Salbei als Tee, zum Backen, und auch für fettige Speisen, um sie bekömmlicher zu machen. Er passt zu Fleisch, Fisch, Pasta und zu mediterranen Gerichten. Salbei immer sparsam dosieren, kurz mitgaren, sonst wird er bitter wie Knoblauch.
Standorte: Salbei mag sonnige, trockene und windgeschützte Plätze, aber er mag keine Staunässe, wegen Wurzelfäule.
Pflegetipp: Salbei im Frühjahr schneiden, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind ab Mitte März, um die verholzten alten Triebe zu entfernen und nur den belaubten Bereich der Pflanze zurückzuschneiden wegen der Verjüngung. Außerdem kann man auch wunderbar Stecklinge daraus machen.
Und zum Schluss: Salbei sollte man behandeln wie alles Gute, in Maßen genießen, aber nicht übertreiben.




