Erfahrungsbericht Fahrrad-Selbsthilfe
Sommerzeit ist Fahrradzeit! Doch was soll man machen, wenn der eigene Drahtesel lahmt und man kein Werkzeug hat, um ihn zu reparieren? Ein Besuch in einer Fahrradwerkstatt kann ganz schön teuer werden und man muss eventuell länger auf einen Termin warten. Zum Glück gibt es im Fahrradzentrum Eimsbüttel die Selbsthilfe-Werkstatt, in der man sein Fahrrad wieder flottmachen kann. Doch wie genau funktioniert das eigentlich? Wir haben die Selbsthilfe genutzt und schildern Euch im Folgenden unsere Erfahrungen.
Fahrradzentrum Eimsbüttel
Volksparkstraße 48
22525 Hamburg
Tel.: (040) 54 75 90 44
Montag bis Freitag von 9 bis 14:45 Uhr
Die Selbsthilfe-Werkstatt kann jede*r nutzen, dessen Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze liegt und eine einfal-Kundenkarte hat. Alle Informationen zur Kundenkarte bekommt Ihr hier. Die Kundenkarte kann auch direkt vor Ort ausgestellt werden, sofern Ihr einen Einkommensnachweis vorlegt.
Nachdem Ihr mit dem Fahrrad angekommen seid, meldet Ihr Euch an und besprecht die geplanten Reparaturen mit einem Mitglied des Fahrradzentrums. Dabei geht es um die ungefähre Dauer der Arbeiten und eventuell benötigte Ersatzteile. Die Reparaturen müssen am selben Tag abgeschlossen werden, da es keine Möglichkeit gibt, das Fahrrad über Nacht zu lagern.
Sollten Ersatzteile benötigt werden, so hat das Fahrradzentrum ein kleines Lager mit Neuware, die zum Selbstkostenpreis gekauft werden kann und es gibt einen Vorrat an gebrauchten Teilen, die günstig abgegeben werden. Sollte ein Ersatzteil nicht im Lager vorhanden sein, so müsst Ihr es Euch selbst besorgen. Das Fahrradzentrum kann ein benötigtes Ersatzteil nicht für Euch bestellen.
Die Nutzung der Selbsthilfe-Werkstatt kostet 1,50 € pro Stunde. Dafür könnt Ihr einen professionellen Arbeitsplatz, sämtliches benötigte Werkzeug (auf Nachfrage auch Spezialwerkzeug) und die gängigsten Pflege- und Schmierstoffe (z.B. Rostentferner, Kettenöl, ect.) nutzen. Solltet Ihr Probleme oder Fragen haben, könnt Ihr euch an eine*n Mitarbeiter*in wenden. Die helfen Euch gerne mit Rat weiter, allerdings dürfen sie keine Arbeiten an Eurem Rad durchführen. Die Reparaturen müsst Ihr selbst durchführen, ist ja schließlich auch eine Selbsthilfe-Werkstatt.
Wir haben die Selbsthilfe-Werkstatt für Euch einmal ausprobiert… Auf den Fotos und im Video könnt Ihr das Fahrrad vor, während und nach der Reparatur sehen. Geplant hatten wir folgende Arbeiten: die Kette, das Kettenblatt und die Ritzel entrosten und neu schmieren und die Federgabel war rostig und schmutzig. Außerdem wollten wir einen neuen Sattel, neue Pedale, eine neue Klingel, einen Spiegel, eine Lenkertasche und Reflektoren montieren.
Geplant hatten wir den Rost von der Kette und den Ritzeln mit einer Stahlbürste zu entfernen. Während des Vorgesprächs hat ein Mitarbeiter uns aber davon abgeraten. Wir sollten lieber mit Rostentferner arbeiten, da eine Stahlbürste die Oberflächen aufraut und dadurch der Verschleiß von Kette und Ritzeln größer würde. Außerdem sollten wir vor der Reinigung den Zustand der Kette mit einer Kettenverschleißlehre prüfen, damit wir jetzt nicht die ganze Arbeit machen und am Ende doch eine neue Kette nötig wäre.
In Anschluss an das Vorgespräch wurde die Startzeit notiert und wir wurden an unseren Arbeitsplatz geführt. Nachdem wir das Fahrrad in den fest am Boden verschraubten Montageständer eingespannt hatten, konnten wir mit unseren Reparaturen beginnen. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass keine neue Kette nötig war, somit konnten wir mit dem Entrosten und neu Schmieren der Kette und Ritzel anfangen. Wenn wir Fragen hatten, ein bestimmtes Werkzeug suchten oder Material brauchten, haben wir uns an einen Mitarbeiter gewandt und uns wurde freundlich und schnell geholfen. Beispielsweise war das Kettenöl leer und nachdem wir dies einem Mitarbeiter gesagt hatten, hat er uns ein paar Minuten später ein neues Fläschchen gebracht.
Auch alle anderen Arbeiten an dem Fahrrad liefen wie geschmiert, das einzige was wir nicht geschafft haben war der Wechsel der Pedale. Dies lag aber nicht an fehlendem Werkzeug oder ähnlichem, wir haben es einfach nicht geschafft die alten, festgerosteten Pedale zu demontieren. Nachdem alle Arbeiten erledigt waren, haben wir einem Mitarbeiter Bescheid gegeben, die Endzeit wurde notiert und es ging an die Kasse zum Bezahlen.
Wir vom Sprungnetz-Team hoffen, Euch die Fahrrad Selbsthilfe-Werkstatt näher gebracht zu haben.
An dieser Stelle möchten wir Euch einladen, auch einen Blick auf www.einfal.de zu werfen.
Für eine bequeme Anreise empfiehlt es sich, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Fahrplanauskunft des HVVs findet Ihr hier: HVV.


















